Aktuelle Forschungsergebnisse deuten auf einen überzeugenden Zusammenhang zwischen kurzen, intensiven Trainingseinheiten und der Unterdrückung des Krebszellwachstums hin. Eine kleine, aber interessante Studie, die im International Journal of Cancer veröffentlicht wurde, zeigt, dass bereits 10 Minuten intensiver körperlicher Aktivität biochemische Veränderungen im Blut auslösen und möglicherweise das Fortschreiten von Krebszellen verlangsamen können. Dieser Befund bestärkt das umfassendere Verständnis, dass regelmäßige Bewegung ein entscheidender Bestandteil der Krebsprävention ist.
Die wichtigsten Ergebnisse der Studie
Forscher des Moffitt Cancer Center führten eine Studie mit 30 übergewichtigen oder fettleibigen Erwachsenen im Alter von 50 bis 78 Jahren durch. Die Teilnehmer absolvierten einen 10-minütigen Hochintensitäts-Fahrradtest, anschließend wurden Blutproben analysiert. Die Ergebnisse zeigten signifikante Veränderungen im Proteinspiegel, einschließlich eines Anstiegs von Interleukin-6, einem Protein, von dem bekannt ist, dass es die DNA-Reparatur erleichtert, was für die Verlangsamung des Fortschreitens von Krebs von entscheidender Bedeutung ist.
Die Studie identifizierte auch erhöhte Konzentrationen von Molekülen, die Entzündungen reduzieren, die Stoffwechselfunktion verbessern und die Gesundheit der Blutgefäße verbessern. Als diese durch körperliche Betätigung veränderten Blutproben in einer Laborumgebung Dickdarmkrebszellen ausgesetzt wurden, zeigten über 1.300 Gene, die mit der DNA-Reparatur, der Energieproduktion und dem Wachstum von Krebszellen verbunden sind, eine veränderte Aktivität.
Warum das wichtig ist: Die Biologie von Bewegung und Krebs
Der Zusammenhang zwischen Bewegung und Krebsprävention ist komplex, die Mechanismen werden jedoch immer klarer. Intensives Training löst biologische Reaktionen aus, die die Entwicklung von Krebszellen direkt behindern können. Chronische Entzündungen sind ein bekannter Risikofaktor für verschiedene Krebsarten und Bewegung reduziert diesen Entzündungszustand wirksam. Darüber hinaus stärkt körperliche Aktivität das Immunsystem und ermöglicht dem Körper, Krebszellen effektiver zu erkennen und zu bekämpfen.
Experten betonen, dass diese Studie nicht definitiv beweist, dass Bewegung das Krebsrisiko senkt, sie legt jedoch einen plausiblen Mechanismus nahe. „Wir müssen Lebensstil, Ernährung und Bewegung stärker in die Diskussion über Krebs einbeziehen“, sagt Dr. Anton Bilchik, chirurgischer Onkologe am Providence Saint John’s Cancer Institute.
Praktische Implikationen: Wie viel Bewegung ist genug?
Während sich die Studie auf intensive Aktivitätsschübe konzentrierte, empfehlen Experten einen umfassenderen Trainingsansatz zur Krebsprävention. Die American Heart Association empfiehlt mindestens 150 Minuten Cardiotraining mittlerer Intensität oder 75 Minuten Cardiotraining hoher Intensität pro Woche, ergänzt durch Krafttraining zweimal wöchentlich.
„Geben Sie Ihr Bestes, weniger zu sitzen und sich mehr zu bewegen, beginnen Sie mit einem sicheren und angemessenen Trainingsprogramm und steigern Sie die Menge und Intensität des Trainings, während sich Ihre Fitness verbessert“, empfiehlt Dr. Nate Parker, ein auf Trainingsonkologie spezialisierter Verhaltensforscher.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass zwar weitere Forschung erforderlich ist, diese Studie jedoch zu den wachsenden Beweisen beiträgt, dass die Integration regelmäßiger, intensiver Bewegung in einen gesunden Lebensstil eine wichtige Rolle bei der Krebsprävention und möglicherweise der Verlangsamung des Krankheitsverlaufs spielen kann.
