Nasenpflaster, die traditionell zur Linderung verstopfter Nasen während des Schlafs eingesetzt werden, erfreuen sich bei Sportlern und Fitnessbegeisterten immer größerer Beliebtheit. Von professionellen Tennisspielern bis hin zu Hyrox-Konkurrenten tragen immer mehr Menschen diese Klebebänder während des Trainings an ihrer Nase an und behaupten, dass sie die Luftzirkulation verbessern und die Leistung steigern. Aber ist das eine legitime Technik oder nur ein weiterer Fitnesstrend?
Die Wissenschaft hinter der verbesserten Atmung
Die Idee wurzelt in der grundlegenden Physiologie. Die Nasenklappe – der engste Teil Ihres Nasengangs – kann den Luftstrom einschränken, insbesondere wenn sie von Natur aus eng, beschädigt oder entzündet ist. Nasenstreifen wirken, indem sie den Knorpel der Nasenlöcher sanft nach außen ziehen, wodurch der Durchgang erweitert wird und das Atmen erleichtert wird. Laut Gregory Levitin, MD, einem HNO-Arzt am Mount Sinai, kann dies „ein paar Millimeter mehr Platz schaffen … was zu einer exponentiellen Steigerung des Luftstroms führen kann.“
Während des Trainings benötigt der Körper mehr Sauerstoff. Eine verbesserte Nasenatmung liefert diesen Sauerstoff theoretisch effizienter an Muskeln, Organe und Gewebe und verbessert möglicherweise Ausdauer, Kraft und VO2max (die maximale Menge an Sauerstoff, die Ihr Körper während des Trainings verbrauchen kann). Sakeena Payne, Ärztin für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde in Texas, erklärt, dass eine bessere Sauerstoffversorgung dafür sorgt, dass Muskeln und Organe effizienter funktionieren.
Was die Forschung sagt
Obwohl das Konzept vielversprechend klingt, sind die wissenschaftlichen Erkenntnisse gemischt. Eine Metaanalyse von 19 Studien aus dem Jahr 2021 ergab keine signifikante Verbesserung des VO2max, der Herzfrequenz oder der wahrgenommenen Anstrengung bei Teilnehmern, die Nasenstreifen während des Trainings verwendeten. Experten glauben jedoch immer noch, dass sie von Nutzen sein können.
Erich P. Voigt, MD, Direktor der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde an der NYU Langone, weist darauf hin, dass Nasenstreifen besonders hilfreich für diejenigen sein können, die bereits unter Atembeschwerden oder strukturellen Problemen wie einer Septumdeviation oder einem Kollaps der Nasenklappe leiden. Für Personen mit diesen Erkrankungen können Nasenpflaster eine nicht-chirurgische Möglichkeit sein, die Luftzirkulation zu verbessern.
Wer sollte die Verwendung von Nasenpflastern in Betracht ziehen?
Nasenstreifen sind nicht für jeden ein Wundermittel. Wenn Sie während des Trainings bequem atmen, müssen Sie wahrscheinlich kein Geld dafür ausgeben. Wenn Sie jedoch Schwierigkeiten haben, durch die Nase zu atmen, beim Einatmen ein Kneifgefühl verspüren oder unter einer bekannten Verstopfung der Nase leiden, ist es möglicherweise einen Versuch wert.
Der Markt bietet auch Variationen an: Magnetstreifen, wie die von Intake, können für eine stärkere Anziehungskraft sorgen als herkömmliche Klebestreifen. „Richtig atmen“ ist eine weitere beliebte Option, die oft von Medizinern empfohlen wird.
Jenseits von Strips: Andere Lösungen
Bei anhaltenden Atembeschwerden empfehlen Experten die Konsultation eines Hals-Nasen-Ohrenarztes. Die Optionen reichen von chirurgischen Eingriffen zur Korrektur struktureller Probleme bis hin zu weniger invasiven Behandlungen wie Nasensprays gegen allergische Entzündungen. Auch maßgeschneiderte Lösungen wie Nasenkegel können in Betracht gezogen werden.
Letztendlich können Nasenstreifen ein nützliches Hilfsmittel zur Verbesserung der Luftzirkulation während des Trainings sein, insbesondere für Personen mit bereits bestehenden Atembeschwerden. Während die Forschung noch aufholt, sind sie aufgrund der potenziellen Vorteile – verbesserte Sauerstoffversorgung, erhöhte Ausdauer und bessere Gesamtleistung – für einige Sportler eine lohnende Überlegung.


































