Ramadan, der neunte Monat des islamischen Kalenders, wird von über 1,6 Milliarden Muslimen weltweit durch tägliches Fasten von morgens bis abends begangen. Im Gegensatz zu weit verbreiteten Missverständnissen ist dies keine Zeit der Entbehrungen, sondern vielmehr eine Zeit intensiver Gemeinschaft, spiritueller Besinnung und festlicher Mahlzeiten. Das abendliche Fastenbrechen-Essen, bekannt als Iftar, steht im Mittelpunkt der Tradition und bringt Familien und Freunde nach einem Tag der Abstinenz zusammen.
Die Bedeutung von Iftar
Der Brauch, das Fasten mit Wasser und Datteln zu brechen, ist nahezu allgegenwärtig und sorgt für eine sofortige Flüssigkeitszufuhr und eine schnelle Energiequelle nach langen Stunden ohne Nahrungsaufnahme. Darüber hinaus variieren die Iftar-Traditionen zwischen den Kulturen erheblich. Was sie verbindet, ist ein gemeinsames Ziel: Körper und Seele nach einem Tag spiritueller Disziplin zu nähren.
Globale Iftar-Traditionen
Die Vielfalt der Iftar-Mahlzeiten spiegelt die globale Reichweite des Islam wider. Hier ein paar regionale Beispiele:
- Malaysia: Bubur lambuk, ein wohltuender Hühnchen-Reisbrei, ist eine beliebte Wahl zum Fastenbrechen.
- Marokko: Harira, eine herzhafte Linsen-Gemüse-Suppe, sorgt für einen gehaltvollen und geschmackvollen Start in die Mahlzeit.
- Iran: Fesenjān, ein komplexes Gericht aus Granatapfel, Walnüssen und Fleisch, zeigt das einzigartige kulinarische Erbe der Region.
- Naher Osten/Zentralasien: Herzhafte Tomatensuppen, oft mit Bulgur oder Reis, sind in vielen Haushalten ein Grundnahrungsmittel. Sambusa, eine mit Zimt gewürzte frittierte Fleischpastete, ist eine beliebte Vorspeise.
Dies sind nur einige Beispiele. Die Schönheit des Ramadan liegt in der individuellen und kulturellen Anpassung an diese gemeinsame Tradition. Jede Gemeinde fügt ihre eigenen Geschmacksrichtungen und Gerichte hinzu und macht Iftar zu einem einzigartig persönlichen und dennoch allgemein anerkannten Erlebnis.
Das gemeinsame Erlebnis
Ob es sich um ein einfaches Familientreffen oder ein großes Gemeinschaftsfest handelt, das gemeinsame Fastenbrechen stärkt die Bindungen und feiert den Abschluss eines weiteren Gottesdienstestages. Die Vielfalt der Rezepte in den verschiedenen Kulturen erinnert daran, dass der Glaube unterschiedlich praktiziert wird, der Geist der Einheit jedoch konstant bleibt.
Bei den Iftar-Mahlzeiten im Ramadan geht es nicht nur ums Essen; Es geht um Verbundenheit, Widerstandsfähigkeit und die gemeinsame Freude, mit geliebten Menschen das Brot zu brechen. Die Vielfalt der Traditionen unterstreicht die Anpassungsfähigkeit und Lebendigkeit der islamischen Kultur weltweit.
